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Industrie

Emerson: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 1 Jahr

Echter Dividendenadel

Emerson erfindet sich neu

Stand: 11.01.2017, 11:30 Uhr

Der dividendenstarke US-Mischkonzern Emerson gehört zum alten Industrieadel der USA. Nun aber kommt Bewegung in das Unternehmen. Die Pferde werden neu gesattelt.

Denn Firmenchef David Farr ist derzeit dabei, das Geschäftsmodell des Unternehmens auf wachsstumstärkere Segmente auszurichten. Aus bisher fünf werden zukünftig nur noch zwei Bereiche, nämlich die Automationstechnik und die Servicesparte. Teile des bisherigen Modells, die nicht in das neue Schema passen, werden verkauft. So zuletzt im Energiesektor (Power Solutions, Stromnetze) für 4,3 Milliarden Dollar. Emerson konkurriert in den USA mit Firmen wie General Electric oder Rockwell Automation.

Die Investoren dürften bei dieser Neuausrichtung dabei besonders interessieren, ob die Tradition als Dividendenaristokrat fortgesetzt werden kann. Denn im Zuge der Neuausrichtung wird der Umsatz von 22,3 Milliarden Dollar im Jahr 2015 auf geschätzt 15,4 Milliarden Dollar fallen.

Ein wahrer Aristokrat

Emerson ist in Bezug auf Dividenden übrigens etwas ganz Besonderes. Denn bereits seit 59 Jahren hat das schon 1890 gegründete Unternehmen jedes Jahr die Dividende erhöht und dabei auch schwierige Konjunkturzyklen gemeistert. Mit dieser Tradition im Rücken wird die übliche Definition eines Dividendenaristokraten deutlich übertroffen. Die Voraussetzung, einen solchen an der Börse vielbeachteten Adelstitel führen zu dürfen, liegt üblicherweise bei "nur" 25 Jahren.

Emerson-CEO David Farr

David Farr. | Bildquelle: Unternehmen

Insgesamt gibt es von den '50+'-Aristokraten' nur 18 Unternehmen auf dem amerikanischen Kurszettel, darunter so bekannte Namen aus dem Leitindex Dow Jones wie Coca-Cola, Colgate-Palmolive, Johnson & Johnson oder 3M. In so manchem Portfolio dividendenorientierter Investoren sind diese Aktien weit verbreitet. Angesichts des aktuellen Transformationsprozesses mit den deutlich geringeren Umsätzen wächst aber die Skepsis, ob diese Tradition nahtlos fortgesetzt werden kann.

Pro und contra Dividendenplus

Ein Konzern wie Emerson, ähnlich wie hierzulande Siemens, ist natürlich von Konjunkturzyklen abhängig. Denn die Schwerindustrie, vor allem auch aus der Öl- und Gasbranche, gehört zu den größten Investoren und damit Kunden des Unternehmens.

Die aktuelle Dollar-Stärke bläst einem Unternehmen, das nur 48 Prozent des Umsatzes in den USA und Kanada erwirtschaftet, da natürlich den Wind ins Gesicht. Hinzu kommen geopolitische Risiken und der Preisrückgang bei den Rohstoffen. Zuletzt hat David Farr zudem von höherem Kostendruck gesprochen, auf den man reagieren müsse.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Jahr
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Insbesondere auf die Erholung der Öl- und Gaspreise setzt Farr ebenso seine Hoffnungen wie auf Zukäufe, die er mit den Milliarden aus den Verkäufen einstreicht. Zugetraut wird ihm das am Markt durchaus, der Manager genießt einen guten Ruf. Positiv stimmt auch die Tatsache, dass der in 250 Ländern tätige Konzern durch alle Konjunkturzyklen hindurch immer ein solides organisches Wachstum erreicht hat.

Aus der jüngsten Projektion des Managements geht zudem hervor, dass Emerson auch weiterhin die Erhöhung der Dividende aus dem freien Cashflow wird finanzieren können - wobei die Projektion noch ohne Effekte zukünftiger Akquisitionen errechnet wurde. Allerdings erhöht sich der Anteil des freien Cashlows der für die Dividendenzahlung verwendet werden soll, bis zum Jahr 2021 auf knapp 50 Pozent nach bisher 40 bis 50 Prozent.

Aktie zuletzt im Aufwind

Wie viele andere Papiere auch hat die Emerson-Aktie nach der November-Wahl zugelegt bis auf etwas über 58 Dollar in der Spitze. Damit notiert sie in etwa wieder auf dem Niveau vom Frühsommer, nach der China-Krise zu Beginn des Jahres 2016. Historisch liegt das Rekordhoch zur Jahreswende 2013/14 bei etwas über 70 Dollar.

2017 wird ein wichtiges Jahr werden für Emerson. Gelingt der Umbau und kann weiter eine wie bisher meist übliche Rendite von durchschnittlich 3,5 Prozent erwirtschaftet werden? Die Börse wird dem Dividendenaristokraten dabei genau über die Schulter schauen.

rm

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American States Water ist ein Wasserversorger aus Kalifornien, 1929 gegründet und an der Börse derzeit 1,5 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen hat in den vergangenen zehn Jahren seine Dividende im Schnitt um 7,4 Prozent erhöht. Wegen des zuletzt kräftig gestiegenen Aktienkurses beträgt die Dividendenrendite allerdings nur magere 2,3 Prozent. Trotzdem gilt ASW als zukunftsträchtiges Unternehmen, da die Einwohnerzahl Kaliforniens stetig steigt und ASW alles daran setzt, seine Marktanteile regelmäßig zu erhöhen. Attraktiv ist der Versorger auch wegen seiner regelmäßig fließenden Einnahmen.

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