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Aktie des Tages

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Tesla präsentiert das Elektro-Massenauto

Elektrisiert "Model 3" die Anleger?

Stand: 31.03.2016, 15:42 Uhr

Gespannt fiebern die Tesla-Fans dem neuen Model 3 entgegen, das der Elektroauto-Pionier am Donnerstagabend in Los Angeles enthüllen wird. Mit dem neuen Auto will Tesla den Massenmarkt unter Strom setzen. Das könnte die Aktie anschieben.

Was bei Apple passiert, wenn ein neues iPhone kommt, droht nun auch bei Tesla: Warteschlangen vor den Läden mit euphorischen Fans, die als erste das neue Produkt haben wollen. So warten Dutzende von Tesla-Anhänger in den USA und selbst in Deutschland vor den Showrooms des Elektroautobauers, um sich in die Listen für die Vorbestellung eintragen zu können.

Expansion in die Mittelklasse

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Noch müssen sie sich einige Stunden gedulden. Um 20:30 Uhr amerikanischer Westküsten-Zeit (5:30 Uhr morgens europäischer Zeit) wird Tesla-Chef Elon Musk das mit Spannung erwartete Modell "3" enthüllen. Es soll endlich dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen. "Mit dem Tesla 3 hat das Elektroauto die Chance, in die Mittelklasse vorzudringen", meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Car-Institut der Uni Duisburg-Essen. Der Wagen habe das Potenzial, den Gesamtmarkt für Elektroautos dramatisch auszuweiten, glaubt die Investmentbank Goldman Sachs.

Denn anders als die bisherigen Tesla-Modelle "S" und "X" soll das "Model 3" für die breite Masse erschwinglich sein. Das Fahrzeug mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern kostet voraussichtlich nur 35.000 Dollar (31.000 Euro) und damit 2.000 Dollar weniger als der härteste Konkurrent in den USA, der Chevrolet Bolt EV von General Motors.

Bisher waren die Tesla-Fahrzeuge mit Preisen von ab 75.000 Dollar für Menschen mit dickem Geldbeutel bestimmt. Das Unternehmen liefere nur Spielzeug und Status-Symbole für Reiche, spotteten Kritiker.

Stromer fristen noch ein Nischendasein

Noch bewegt sich Tesla in einem Nischenmarkt. 2015 hatten nur 0,3 Prozent der insgesamt rund 17,5 Millionen verkauften Neuwagen in den USA einen Elektroantrieb.

Tesla Model 3

Tesla Model 3. | Bildquelle: Tesla Motors/dpa

Insgesamt verkaufte Tesla im vergangenen Jahr weltweit gerade mal 50.580 Fahrzeuge. Diese Zahl soll sich in diesem Jahr fast verdoppeln auf 90.000. Neuen Schub soll das Model X bringen, das auf dem Genfer Autosalon erstmals zu sehen war - gut abgeschirmt von einem Band wie Ferrari oder Maserati. Das günstigste Model X kostet 80.000 Dollar.

100.000 Vorbestellungen?

Das Model 3 soll Tesla in neue Dimensionen führen. Die Schweizer Bank Credit Suisse rechnet mit 100.000 Vorbestellungen für den "Volks-Stromer". Das würde die Zahl der Tesla-Besitzer schlagartig fast verdoppeln.

Doch bis das neue Auto auf die Straßen rollt, wird es noch einige Zeit dauern. Das "Model 3" wird erst 2017 in die Produktion gehen. Noch ist die "Gigafactory" nicht fertig. In der riesigen Fabrik sollen die Batterien produziert werden, mit denen das "Model 3" betrieben werden kann.

Kursziel 333 Dollar?

Die Tesla-Aktie bleibt eine Wette auf die Zukunft. Die Analysten-Gemeinde ist gespalten. Während die UBS meint, die Luft bei der Aktie sei raus, sind andere Banken optimistischer. Argus Research empfiehlt den Elektroauto-Titel zum Kauf und hat ein Kursziel von sage und schreibe 333 Dollar ausgegeben. Derzeit notiert Tesla bei 226 Dollar.

Tatsächlich hat der "Model 3"-Hype in den letzten Wochen etwas abgefärbt auf die Aktie. Sie machte zuletzt ihre Verluste seit Jahresbeginn fast wieder wett. Die 200-Tage-Linie liegt wieder in Reichweite. Das Mitte 2014 erreichte Rekordhoch von 286 Dollar ist aber noch weit entfernt.

2016 soll der Turn-Around gelingen

Musk muss in diesem Jahr zeigen, dass er nicht nur Geld verbrennen kann. Im Februar kündigte er an, dass Tesla 2016 erstmals schwarze Zahlen schreiben soll. Im vierten Quartal lag der Verlust noch bei 320,4 Millionen Dollar.

Sein turbulentes Privatleben könnten Elon Musk ein bisschen von der Spur abbringen. In der vergangenen Woche reichte seine Ehefrau Talulah Riley die Scheidung ein. Das könnte teuer werden für Musk. Nach kalifornischem Recht steht der Schauspielerin die Hälfte seines Vermögens zu. Musk müsse womöglich Anteile seiner Firmen verkaufen, um seine Frau abzufinden, mutmaßt die "Bild"-Zeitung. Musk hatte Riley zweimal geheiratet, bevor es zur Trennung kam. Zuvor war der Starmanager mit Justine veheiratet. Die Ehe endete 2008. "Elon hat riesige Eier aus Stahl", verriet die Buchautorin damals. Die Trennung von Ehefrau Riley ist also die dritte Scheidung in Elon Musks Leben. Bringt also die "3" dem 44-Jährigen doch kein Glück?

nb

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Tesla Motors - hier wird die Elektroauto-Vision wahr

Automobile

Tesla Model 3

Tesla Model 3

Solchen Hype erzeugt sonst nur Apple mit neuen iPhones: Unter brausendem Applaus enthüllt Tesla-Chef Elon Musk das Auto, mit dem er den Massenmarkt erobern will. Das „Model 3“ ist ein Fünfsitzer, der in der Basisvariante eine Reichweite von gut 345 Kilometern hat und sich in sechs Sekunden von null auf 60 Meilen (knapp 97 Kilometer) pro Stunde beschleunigen lässt.

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