Seitenueberschrift

Aktie des Tages

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Anleger in Warteposition

Deutsche Bank braucht eine Vision

Stand: 04.09.2015, 11:58 Uhr

Deutschlands größtes Geldhaus ist zuletzt kaum zur Ruhe gekommen. Der neue Chef John Cryan soll jetzt das Ruder herumreißen. Bisher bleiben die Anleger aber skeptisch.

Ein wichtiges Datum für Deutschlands größtes Geldhaus wird sicher die Aufsichtsratssitzung sein, die in der kommenden Woche (10. bis 12. September) am Tegernsee stattfindet. Auf dieser Tagung, so die Erwartung des Marktes, wird der neue Chef, der Brite John Cryan, den Aufsehern sein Zukunftskonzept für die Bank präsentieren. Nicht weniger als eine neue Vision, mindestens aber eine klare Zielrichtung sollte es schon sein, um die Bank aus ihrer Lethargie zu reißen - und die Anleger wieder abzuholen zu höheren Zielen.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.43
Differenz absolut
-1.07
Differenz relativ
-4.04%

Ein Konzept, das dringender denn je notwendig erscheint und somit eigentlich mehr sein müsste, als reine Kostensenkungen. Die Bank scheint in einem nicht enden wollenden Strudel teurer juristischer Streitereien zu versinken und zahlt ihren Aktionären schon seit Jahren nur noch eine Mickerdividende von 0,75 Euro. Insgesamt sind schon 3,8 Milliarden Euro für Rechtsrisiken zurückgestellt worden, vor einem Jahr waren es noch 2,2 Milliarden Euro. Cryan hat kein Hehl daraus gemacht, dass dieses Problem anzugehen für ihn eines seiner absoluten Hauptprioritäten sein wird.

Operativ gar nicht so schlecht

Immerhin scheint sich das operative Geschäft zu stabilisieren, zudem greifen erste Kostensenkungen. Im zweiten Quartal überraschte die Bank die Analysten mit einem Nachsteuergewinn von 818 Millionen Euro. Von den unruhigen Märkten profitierte vor allem das Investmentbanking.

John Cryan

John Cryan. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der erfolgreichste Bereich der Bank ist gleichzeitig jedoch für die meisten juristischen Auseinandersetzungen verantwortlich. Da der neue Chef aber auch aus dieser Ecke kommt, hat er am Markt nicht wirklich für Aufbruchsstimmung sorgen können. Mit dem Verkauf der Postbank und dem Abgang des langjährigen Privatkundenchefs Rainer Neske sieht es so aus, als ob sich an der Proritätenliste der Geschäftsbereiche kaum etwas ändern dürfte.

Aktie auf Unterstützungsniveau

Die vielen fundamentalen Fragezeichen spiegeln sich auch im Börsenkurs wider. Der dümpelt aktuell bei rund 26 Euro nur leicht über den Tiefstständen des Vorjahres, die knapp unter 25 Euro lagen. Wohlwollend könnte man von einer Bodenbildung sprechen. Von Aufbruchsstimmung ist jedenfalls keine Spur zu erkennen.

Die 25-Euro-Unterstützungsmarke sollte halten, sonst droht ein weiterer Rückfall in Richtung 20 Euro, dem Fünf-Jahres-Tief aus dem Jahr 2011. In diesem Jahr stand das Papier auch letztmals bei 40 Euro, seitdem bewegt es sich im Zick-Zack-Kurs. Zwar hat es in diesem Jahr im April und Anfang August Erholungsversuche über die Kursmarke von 30 Euro gegeben, die aber beide gescheitert sind.

1/14

Die Baustellen der Deutschen Bank

Kampf um Ansehen und Rendite

Justizia

Kampf um Gerechtigkeit

Der Kampf im Namen von Justizia fordert die Bank ganz besonders: Deutschlands größte Bank ist nach eigenen Angaben in rund 6.000 Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Das bindet nicht nur Arbeit, sondern ist auch eine enorme finanzielle Belastung. Zum Ende des zweiten Quartals beliefen sich die bilanziellen Rückstellungen für die Rechtsrisiken auf 3,8 Milliarden Euro. Aber es gibt auch viele strategische Baustellen, Probleme und Skandale - fast scheint es, als tauchten sie im Wochenrhythmus auf.

Deutsche Bank-Aktie kommt schwer auf die Beine: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Deutsche Bank-Aktie kommt schwer auf die Beine

rm

Darstellung: