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Kaffeehaus-Kette voll im Trend

Starbucks-Aktie am Scheideweg

Das Kaffee-Imperium aus Seattle trifft im ersten Geschäftsquartal den Geschmack seiner Kunden. Bei Umsatz und Gewinn gibt es ein Plus im zweistelligen Bereich. Ob die Kaffeelust die Aktie anstecken kann?

Beleuchtetes Starbucks-Schild (Quelle: pa/dpa)

Der Kaffee von Starbucks liegt im ersten Geschäftsquartal wieder voll im Trend.

Nachbörslich stieg der US-Titel um drei Prozent und notiert derzeit bei etwa 54,57 Dollar. Damit bewegt er sich auf die Widerstandszone um 55 Dollar zu. Im Januar hatte der Titel sie bereits erfolglos getestet, genau wie im vergangenen Mai und Juni. Überschreitet die Aktie diesmal die Schwelle, steht ihr aus technischer Sicht der Weg hin zum Zehn-Monats-Hoch bei 61,67 Dollar vom vergangenen April frei.

Das Ganze steht unter einem guten Stern: Schließlich hat der Aktienkurs im August und Oktober 2012 einen Doppel-Boden ausgebildet. Für Chart-Analysten ein klarer Hinweis für eine Trendwende hin zum Positiven. Sogar die 200-Tage-Linie hat der Titel bereits im vergangenen Dezember unter sich zurückgelassen.

Das Geschäft mit Caffè Latte und Co. boomt

Auch aus fundamentaler Sicht scheinen beim Kaffee-Imperium Starbucks alle Weichen auf Grün zu stehen. Schließlich darf sich das Unternehmen aus Seattle im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) mit Rekorden schmücken.

Der Gewinn stieg binnen Jahresfrist um 13 Prozent auf 432 Millionen Dollar. Damit erfüllte die Kaffeehaus-Kette die Markterwartungen. Beim Umsatz konnte Starbucks im traditionell umsatzstärksten Quartal um elf Prozent zulegen und kam auf 3,8 Milliarden Dollar. Die großen Kaffeetrinker, das waren Amerikaner und Asiaten. Dagegen könnten sich die Europäer an den hohen Preisen für Caffè Latte und Co. gestört haben.

Zuversicht auf breiter Front

Betrachtet man nur die Läden, die bereits seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind, wuchsen die Erlöse um immerhin sechs Prozent. Da waren selbst Analysten überrascht. Sie hatten sich auf ein Plus von 5,5 Prozent eingestellt. "Ich war niemals zuversichtlicher für unsere Zukunft", erklärte Firmenchef Howard Schultz.

Ein Erfolgsbringer waren die Verismo-Kaffeemaschinen mit Kaffeekapseln. Eine Koproduktion von Starbucks und dem deutschen Hersteller Krüger. Über 150.000 Maschinen sind mittlerweile über die Theke gewandert, seit dem Verkaufsstart passend zu Weihnachten.

Alles läuft so gut, dass das Unternehmen seine Gesamtjahresprognose bekräftigt. Demnach soll der Umsatz um 10 bis 13 Prozent zulegen, der Gewinn sogar noch stärker.

Krake Starbucks streckt die Fangarme aus

Außerdem will sich das Kaffee-Imperium weiter ausbreiten. Weltweit will Starbucks 1.000 neue Kaffeehäuser eröffnen. Derzeit betreibt die Kaffeehaus-Kette rund 18.300 Läden. Selbst im krisengebeutelten Europa will das Unternehmen weitere 100 Filialen aufmachen und kommt damit auf knapp 1.900 Kaffeehäuser.

Noch besser: Der US-Konzern will sich immer breiter aufstellen. Zuletzt hatte er im vergangenen Jahr für 620 Millionen Dollar den Teehändler Teavana aus den USA übernommen. Zuvor hatte das Unternehmen bei einer Saftfirma und einer Bäckerei zugeschlagen, in der Hoffnung, immer mehr neue Kunden anzulocken.

Stand: 25.01.2013, 09:51 Uhr

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