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Aktie des Tages

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Stabwechsel auf der Hauptversammlung

Bei BMW geht eine Ära zu Ende

Stand: 13.05.2015, 15:48 Uhr

BMW-Chef Norbert Reithofer tauscht den operativen Chefsessel gegen den des Aufsichtsratschefs. Eine Entscheidung, die trotz einer guten Bilanz des scheidenden Chefs nicht alle gut finden.

Zwar zollen die Aktionäre dem scheidenden Vorstandschef uneingeschränkt Lob für seine Arbeit. Schließlich hat Reithofer den Konzern in seiner Amtszeit seit 2006 maßgeblich umgebaut und zu dem führenden Premium-Autobauer gemacht, der er heute ist.

Der scheidende BMW-Vorstand  Norbert Reithofer spricht auf der HV 2015

Der scheidende BMW-Vorstand Norbert Reithofer auf der HV 2015. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Aber der sofortige Wechsel von Reithofer in den Aufsichtsrat ohne die empfohlene Abkühlungsphase ist strittig. "Damit schaden sich alle Beteiligten letztlich selbst", kritisierte Ingo Speich von Union Investment am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München.

"Ein Aufsichtsratsvorsitzender braucht kritische Distanz, um Dinge zu hinterfragen." Bei einem sofortigen Wechsel könne Reithofer "nicht unbefangen und neutral" über das wachen, was er selbst geschaffen habe.

Eine neue Ära hat begonnen

In der Tat sehen die Grundsätze der guten Unternehmensführung, der Deutsche Corporate Governance Kodex, vor, dass zwischen den beiden Ämtern eine zweijährige Ruhephase gelten soll. Nur so könne die Unabhängigkleit behalten werden, erklärte Felix Schneider von der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Eine Ausnahme im Aktiengesetz aber gibt es. Wenn der scheidende Chef von einem Großaktionär, der mehr als 25 Prozent der Anteile hält, vorgeschlagen wird, kann der sofortige Wechsel erfolgen. Bei BMW ist dies die Industriellenfamilie Quandt, die 47 Prozent der Anteile hält.

BMW Vorstände Harald Krüger und Dr. Norbert Reithofer (r.)

BMW Vorstände Harald Krüger und Dr. Norbert Reithofer (r.). | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Heute beginnt eine neue Ära", erklärte Großaktionär und Aufsichtsrat-Vize-Chef Stefan Quandt. Auch Vorgänger Joachim Milberg, der aus dem Kontrollgremium ausscheidet, verteidigte den Schritt. Auf diese Weise bleiben die "profunden Kenntnisse und Erfahrungen" Reithofers im Unternehmen erklärte Milberg, der auch selbst an der Unternehmensspitze gestanden hatte. Nachfolger von Reithofer wird der 49-jährige Harald Krüger. Dieser ist seit fast zwei Jahren Produktionsvorstand und seit 1992 im Unternehmen.

Ein anspruchsvolles Erbe

In jedem Fall tritt Krüger in tiefe Fußstapfen, denn die Ära des als ruhig und eher öffentlichkeitsscheuen Reithofer war äußerst erfolgreich. So ist BMW heute Marktführer im hart umkämpften Premium-Segment, vor den Konkurrenten Mercedes und Audi und verdient prächtig. Reithofer hatte BMW dieses Image verpasst und in seiner achteinhalb jährigen Amtszeit darüber hinaus viele alte Zöpfe bei den Münchnern abgeschnitten.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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So stieg er aus der Formel 1 aus, er setzte auf Elektroautos und BMW-Motoren werden auch an Dritte verkauft. In der Krise in den Jahren 2008-2009 verpasste er dem Konzern aber auch ein knallhartes Sparprogramm bei dem mehr als 10.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Heute verdient BMW mehr als doppelt so viel wie 2007, die Dividende hat sich fast verdreifacht und der Konzern fährt ein Rekordjahr nach dem anderen ein. Für das Geschäftsjahr 2014 sollen übrigens 2,90 Euro ausgeschüttet werden.

Warnung vor Risiken

Reithofer warnte aber auf seiner Abschiedsrede auf der Aktionärsversammlung auch vor einem sich verschlechternden wirtschaftlichen Umfeld. "Unser wirtschaftliches Umfeld ist wenig stabil. Solide Planung von heute kann schon morgen Makulatur sein, erklärte er. Zwar wolle BMW 2015 wieder neue Rekorde einfahren, aber in Russland und Brasilien gehe der Automarkt zurück und in China schwäche sich die Dynamik ab.

BMW-Aktie ein Gewinner im Dax

Die im Leitindex vertretene Stammaktie hat sich seit 2006 fast verdreifacht und seit der Finanzkrise in den Jahren 2008/09 in der Spitze mehr als verzehnfacht. Die Börse hat die Entwicklungen im Konzern somit gebührend honoriert, die Aktionäre können mehr als zufrieden sein.

Wie viele andere Aktien auch, konsolidiert das Papier derzeit auf hohem Niveau. Der Kurs ist mit dem Markt am Nachmittag rund 0,8 Prozent ins Minus gerutscht.

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Die BMW-Neuheiten 2015

PS-Liebhaber und Anleger aufgepasst!

BMW 1er

1er Facelift

Aufgehübschte Optik, neue Motoren: Auf dem 85. Internationalen Auto Salon in Genf feierte der BMW 1er Facelift im März 2015 offizielle Weltpremiere. Die Designer haben an der Front deutlich aufgeräumt, auch die Scheinwerfer strahlen in einer neuen Optik.

Die größte Veränderung betrifft aber die Motorenpalette des erneuerten 1ers: Zum ersten Mal bauen die Münchner Motoren mit Dreizylindern in den Kompakten ein.

rm

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