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Versorger

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday

Biblis-Urteil verleiht Flügel

Balsam für die geschundene RWE-Aktie

Durch die Energiewende haben Versorger-Titel lange zu den Verlierern gehört. Heute sieht das anders aus: RWE erringt vor Gericht einen wichtigen Sieg. Das verleiht nicht nur der Aktie von RWE, sondern auch von Eon neuen Schwung.

Die RWE-Aktie gewinnt weit über vier Prozent und ist mit Abstand größter Gewinner im Dax. Dahinter: Die Aktie von Eon, mit einem Plus über zwei Prozent. Das ist ein sanftes Fünkchen Hoffnung für die beiden Versorger-Titel, die stark unter Druck gekommen sind, seit die Energiewende beschlossene Sache ist.

Was die Aktionäre im Moment so optimistisch stimmt, ist eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Es hat ein Urteil des Verwaltungsgerichts Kassel zum hessischen Atomkraftwerk Biblis vom vergangenen Februar bestätigt. Das hatte die Stilllegung der Meiler durch das Land in ihrer damaligen Form für rechtswidrig erklärt. Zugleich wiesen die Richter die Beschwerden des Landes Hessen gegen dieses Urteil zurück.

Bald könnte bei RWE der Rubel rollen

Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 hatte das Land Hessen angeordnet, dass die Meiler in Biblis vorübergehend stillgelegt werden. Dafür will RWE als Betreiberfirma nun Schadenersatz fordern. "Wir werden jetzt unseren wirtschaftlichen Schaden zivilrechtlich geltend machen", sagte eine Konzernsprecherin. Wie der Dax-Konzern konkret vorgehen will und wie hoch er den Schaden veranschlagt, dazu gab es keine konkreten Aussagen.

Ist das jetzt der Durchbruch nach oben?

RWE-Logo auf einer Regenjacke

RWE - eine große Baustelle

Die Aussicht auf das Finanzpflaster lässt den Titel des Essener Energieriesen bis auf knapp 27 Euro steigen. Damit ist die Aktie in die Widerstandszone bis etwa 27,50 Euro gelangt, die sie mehrmals angetestet hat. Sollte der Dax-Titel sie diesmal erfolgreich überwinden, rückt als nächstes Ziel das Neun-Monats-Hoch bei 28,78 Euro aus dem November in den Blick.

Nach unten hin hat sich bei 25 Euro eine Unterstützungszone ausgebildet, bei deren Bruch weitere Kursverluste zu erwarten wären. Die Citgroup jedenfalls rät, die RWE-Aktie zu verkaufen und gibt einen fairen Wert von 22,50 Euro an. Nach eigenen Aussagen schätzt sie den Strommarkt in Zentraleuropa sehr pessimistisch ein und sieht kaum Möglichkeiten, wie der Energiekonzern die Kosten über die Maßen senken könnte. Letzteres sei aber nötig, um möglichen zusätzlichen Druck auf die Umsätze auszugleichen.

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