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Aktie des Tages

Aktie fällt unter 400 Dollar

Apple - ein Börsenstar wird entzaubert

Der Blick auf den Apple-Chart verheißt derzeit nichts Gutes, denn der langjährige Liebling der Börsianer ist ziemlich unter die Räder gekommen. Am Montag rutschte das Papier dabei kurzfristig unter die Marke von 400 Dollar.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
70.27
Differenz absolut
0.32
Differenz relativ
+0.46%

Keine Frage, die Anleger des Kultkonzerns aus Kalifornien machen sich mehr und mehr Zukunftssorgen. Um 2,65 Prozent ist es zum Wochenbeginn mit der Aktie an der US-Technologiebörse Nasdaq bergab gegangen.

Wie immer, wenn dabei wichtige Kursmarken unterschritten werden, blicken die Börsianer besonders hin. Bei Apple war es die Latte von 400 Dollar, die der Aktienkurs erstmals seit April gerissen hat, wenn auch nur kurzfristig. Am Ende notierte das Papier bei 402,54 Dollar.

Das Niveau von 2012

Damit steht die Apple-Aktie auf dem Niveau zum Jahreswechsel des Jahres 2011/2012, als sie zuvor in einem mehrjährigen Aufwärtstrend schwungvoll nach oben gelaufen und dabei war, erst so richtig Gas zu geben. Wie es weiterging ist bekannt, das Papier erreichte in einem immer steiler werden Trend im September 2012 ein Rekordhoch auf Verlaufsbasis von 705,07 Dollar. Seitdem geht es bergab.

Negative Analystenstimmen

Apple iPad mini

Apple iPad mini

Das Analysehaus Jefferies schrieb am Montag, dass Einzelhändler und Mobilfunkbetreiber auf einem ganzen Berg von iPhones sitzen würden. Die Lagerbestände seien doppelt so hoch wie sonst. Die logische Schlussfolgerung der Analysten: Es werden nicht mehr so viele Apple-Geräte verkauft. Das Kursziel senkten die Experten von 420 auf 405 Dollar, was an der Börse natürgemäß gar nicht gut ankam.

Sogar die Arbeitsmoral der Angestellten leidet nach einer Analyse von Global Equities unter dem jüngsten Kursrutsch. Danach wechseln und bewerben sich nach Angaben von Personalvermittlern immer mehr Apple-Mitarbeiter bei der Konkurrenz.

Das Marktforschungsinstitut Gartner sagt voraus, dass 2013 die Zahl der ausgelieferten Apple-Geräten mit dem hauseigenen Betriebssystem IOS und MacOS von 213.000 auf 296.000 steigen werde. Aber der Großteil seien iPads Mini, an denen Apple nicht so viel verdient.

Wann kommt endlich Neues?

Wie sich zeigt, kann man einen so brillanten Visionär wie den im Oktober 2011 verstorbenen Steve Jobs kaum ersetzen. Von daher hat der neue Firmenchef Tim Cook, ein Weggefährte von Jobs, eine eigentlich unlösbare Aufgabe angetreten. Aber es zeigt sich mehr und mehr, dass die Konkurrenz eben nicht gewillt war und ist, auf den Apple-Jubelfeiern einfach nur weiter brav Beifall zu spenden und zu staunen.

Geradezu verzweifelt wartet die Börse daher auf Neuigkeiten. Ob Uhr (iWatch) oder Fernsehen (iTV), bisher haben viele Gerüchte sich nicht bewahrheitet. Allen Sorgen jedoch zum Trotz: Apple ist mit einem Börsenwert von aktuell 380 Milliarden Dollar immer noch das wertvollste Technologieunternehmen der Welt. Allerdings holt Konkurrent Google auf, es fehlen "nur noch" rund 90 Milliarden.

rm

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