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Hightech

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Das gleiche Schicksal wie Intel oder Microsoft?

Apple: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Stand: 04.03.2016, 11:23 Uhr

Apple ist eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Doch seit der Aufnahme in den Dow Jones vor einem Jahr hat die Aktie gut 30 Prozent ihres Wertes eingebüßt und kommt seitdem nicht weiter voran. Hat das Papier seinen Zenit überschritten?

Fast könnte man meinen, dass Apple das gleiche Schicksal ereilt hat wie seinerzeit Intel und Microsoft, die ebenfalls nach ihrer Aufnahme in den Dow empfindliche Kurseinbußen erlitten haben, weil der Aufstieg in den wichtigsten Börsenindex der Welt erst erfolgte - 1999 - nachdem die Aktien dieser Unternehmen einen kometenhaften Anstieg hinter sich hatten. In den folgenden drei Jahren brachen die Papiere um über 40 Prozent ein.

Auch Apple hat bis zur Aufnahme in den Dow Jones am 18. März 2015 seine Börsenkapitalisierung auf sagenhafte 750 Milliarden Dollar gesteigert, nach 26 Milliarden im Jahr 2000. Erst ein 7-zu-1-Aktiensplitt im Sommer 2014 hatte die Notierung im Dow überhaupt möglich gemacht. Denn ansonsten hätte die Aktie ein zu großes Gewicht gehabt.

Aktie ist unterbewertet

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Und jetzt? Seit dem Höchststand im April letzten Jahres bei 133 Dollar ist das Papier drastisch eingebrochen, bis auf 93 Dollar Ende Januar - so viel wie zuletzt im Sommer 2014. Von diesem Tief hat sich die Aktie zuletzt zwar wieder erholt, ist sogar über die Schwelle von 100 Dollar geklettert, doch verläuft die Kursentwicklung äußerst zäh. Glaubt man den Analysten ist das Papier aber immer noch unterbewertet.

Die meisten Experten trauen ihm einen Anstieg auf bis zu 155 Dollar zu - aus heutiger Sicht ein Potenzial von gut 50 Prozent. Mit dieser Einschätzung steht die Investmentbank Goldman Sachs allerdings einsam an der Spitze. Die Analysten der anderen Banken halten einen Wiederanstieg der Apple-Aktie auf rund 130 Dollar für wahrscheinlich.

Deutsche Bank ist skeptisch

Apple Hoffnung. | Montage: boerse.ARD.de / Quelle: colourbox, Unternehmen

Zu den wenigen "Skeptikern" gehört Deutsche Bank-Analystin Sherri Scribner. Sie hat nach den jüngsten Quartalszahlen das Kursziel für Apple von 125 auf 105 Dollar gesenkt, die Einstufung auf "Hold" belassen. In Erwartung einer sinkenden iPhone-Nachfrage habe sie ihre Umsatz- und Gewinnprognosen für den Elektronikkonzern im Jahr 2016 reduziert, schreibt die Expertin. Die Wachstumsdynamik bei den Smartphoneverkäufen schwäche sich signifikant ab, auch wegen der sich abkühlenden Konjunktur in China sowie dem wachensenden Margendruck. Die Aktie sei deshalb auf ihrem gegenwärtigen Kursniveau fair bewertet.

Mittelfristig monieren die meisten Experten, dass es Apple an einer zündenden Idee, einem neuen Produkt oder anderer erfolgversprechender Dienstleistungen mangelt, um der Aktie einen neuen Schub zu verleihen.

Die Hoffnung auf neue Produkte

Noch geben Anleger und Analysten die Hoffnung nicht auf. Dass die Apple-Aktie nicht noch weiter abgestürzt ist und offenbar ihre vorläufige Bodenbildung gefunden hat, erklären Marktexperten mit genau dieser Hoffnung auf neue, wachstumstreibende Produkte. Dem Unternehmen wird zugetraut, schon bald ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, das die Abhängigkeit vom iPhone reduzieren und sich als neuer Hoffnungsträger etablieren könnte.

Es könnte ja sein, fragen sich die Experten von Marketwatch, dass das Bezahlsystem Apple Pay ein Erfolg wird oder das erwartete Auto von Apple an den Start geht. Bis es soweit ist, bleibe Apple ein Unternehmen mit einer felsenfesten Bilanz und einer lukrativen Dividendenpolitik. Im Klartext heißt das: wer schon Apple-Aktien besitzt sollte sie halten, ein Zukauf auf dem derzeitigen Niveau kann jedoch nicht unbedingt empfohlen werden.

Als gute Nachricht für den kalifornischen Konzern werten die Analysten derzeit die breite Unterstützung aus der Techbranche im derzeitigen Streit mit der US-Regierung um die Entsperrung von iPhones. Mehr als 30 Unternehmen - darunter Facebook, Google, Microsoft, Amazon, Ebay, Intel – reichten vor Gericht mehrere gemeinsame Briefe ein. Darin argumentieren sie, dass Unternehmen nicht gezwungen werden dürften, die Sicherheit ihrer Produkte zu schwächen – und dass die Forderungen des FBI auch keine rechtliche Grundlage hätten.

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1976: Die Gründung

Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründeten Apple im April 1976 gemeinsam. Jobs als treibender Verkäufer, Wozniak als Tüftel-Genie und Wayne als Schlichter für die ungleichen Freunde. Allerdings stieg Wayne bereits einige Tage später wieder aus dem Unternehmen aus. Mehr zum Thema: Ronald Wayne: Der vergessene Apple-Gründer

lg

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