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Versicherer

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Dividendenstarkes Investment

Allianz gut durch alle Stürme gekommen

Stand: 29.12.2015, 15:39 Uhr

Zugegeben, eine Kursrakete war das Allianz-Papier im zu Ende gehenden Jahr nicht. Wer es aber solide und berechenbar mag, war bei der Münchner Gesellschaft aus dem Dax genau richtig.

Denn die Aktionäre mussten keine unangenehmen Gewinnwarnungen verkraften wie bei manch anderem Dax-Kollegen. Dies trotz anhaltend rekordniedriger Zinsen, einem extrem wettbewerbsintensiven Umfeld in der Sachversicherung und dem digitalen Umbruch, in dem sich die Branche befindet.

Insgesamt ist die Allianz 2015 also auf Kurs geblieben, selbst der eine oder andere Großschaden hat daran nichts geändert. Und auch bei der zuletzt krisengeschüttelten US-Asset-Management-Tochter Pimco beginnen sich die Dinge nach dem Abgang von Staranalyst Bill Gross mittlerweile zu beruhigen. "Wir haben den Turnaround geschafft", meinte dazu Finanzvorstand Dieter Wemmer beim jüngsten Quartalsbericht und verwies auf den geringsten Mittelabzug seit Beginn der Pimco-Krise vor zwei Jahren.

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
126.55
Differenz absolut
-7.05
Differenz relativ
-5.28%

Für das ablaufende Jahr hat der Vorstand um den neuen Firmenchef Oliver Bäte seine Prognose bestätigt. Erwartet wird ein operatives Ergebnis, das von 10,4 auf 10,8 Milliarden Euro zulegen soll. Die Anleger haben all das honoriert. Seit Jahresbeginn ist die Aktie um 17,5 Prozent gestiegen (per 28.12.2015), zudem wurde für 2014 eine attraktive Dividende von 6,85 Euro bezahlt. Das ergibt mehr Rendite als der Leitindex Dax, der knapp zehn Prozent zugelegt hat.

Attraktive Dividende

Eines der wichtigsten Argumente für den wertorientierten Investor ist und bleibt die attraktive Ausschüttungspolitik der Gesellschaft, die gerade in Nullzinszeiten Begehrlichkeiten weckt. Und es soll in dieser Hinsicht noch attraktiver werden. Künftig sollen 50 Prozent des Gewinns ausgeschüttet werden, zudem soll die Dividende nicht mehr fallen, also nachhaltig sein. Zusätzlich will die Allianz alle drei Jahre das überschüssige M&A-Budget überprüfen, was die Spekulation auf steigende Ausschüttungen weiter anheizt.

Oliver Bäte, Allianz

Oliver Bäte. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Operativ hat sich Bäte auf die Fahnen geschrieben, das Ergebnis ab 2016 bis 2018 jedes Jahr um fünf Prozent zu steigern, was er unter anderem durch Effizienzsteigerungen im Konzern erzielen will. Bis 2018 peilt der Manager eine Eigenkapitalrendite von 13 Prozent an. Überhaupt lief der Übergang vom langjährigen Firmenchef Michael Diekmann zum neuen Chef Oliver Bäte reibungslos. Zwölf Jahre stand Diekmann der Firma vor und wurde von den Aktionären auf der Hauptversammlung im Mai mit großem Applaus verabschiedet. Oliver Bäte ist erst der zehnte Chef in der 125-jährigen Geschichte des Unternehmens, was ebenfalls für Konstanz spricht.

Aktie konsolidiert auf hohem Niveau

Mit dem Gesamtmarkt markierte das Allianz-Papier im April bei 170,15 Euro sein Jahreshoch, das Jahrestief wurde ebenfalls mit dem Gesamtmarkt im August bei 131,05 Euro erreicht. Seit September hat es sich aber wieder kräftig erholt und tendiert derzeit über 161 Euro. Ob das Jahreshoch nochmal erreicht wird, entscheidet sich zur Stunde. Die Aktie notiert aktuell 1,7 Prozent fester bei 164,30 Euro. Am Mittwoch findet dann noch ein verkürzter Handel statt, so dass noch Chancen bleiben.

Ein eindeutiger Trend war das in diesem Jahr trotz allem nicht, Kursrückgänge waren aber stets eine gute Einstiegsgelegenheit. Der Kursverlauf spiegelt auch wider, dass die Versicherungsbranche keine klassische Wachstumsbranche ist. Wer auf schnelle Kursgewinne setzt, dürfte im Technologiebereich wohl besser aufgehoben sein. Die Schwankungen bleiben dafür im Versicherungssektor überschaubarer.

rm

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