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Technologie

Wafer von Aixtron

Großauftrag weg, weitere Verluste voraus

Aixtron-Aktie bricht zusammen

Stand: 10.12.2015, 12:08 Uhr

Aixtron hat einen Großkunden aus China verloren. Ein Hoffnungskunde. Damit wird der defizitäre Chipanlagenbauer wohl noch eine Weile länger rote Zahlen schreiben. Die Umsatzaussichten werden verhaltener. Die Reaktion der Börse ist heftig.

Aixtron: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Anleger lassen Aixtron-Aktien fallen. Die im TecDax notierten Aktien brechen zeitweise um mehr als 40 Prozent ein, von gestern 7,00 Euro auf 3,97 Euro. Das Wegfallen des Großauftrags wird deutliche finanzielle Einbußen mit sich bringen. Der Kunde San'an Optoelectronic hat das Auftragsvolumens drastisch reduziert: Statt 50 Anlagen zur Herstellung von Leuchtdioden (LEDs) bestellt er nur noch drei Anlagen - und die sind auch bereits ausgeliefert worden.

Das Umsatzziel muss sich Aixtron daher zurücknehmen. Für das Gesamtjahr 2015 werden nun Erlöse von 190 Millionen Euro erwartet. Das ist das untere Ende der zuvor genannten Spanne von 190 bis 200 Millionen Euro. Experten waren bisher von 195,2 Millionen Euro ausgegangen. 2016 plant Aixtron mit gleichbleibenden Erlöse. Am Ziel, beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres die schwarzen Zahlen zu erreichen, hält Aixtron zwar fest. Auch wird die Partnerschaft mit Sa'an unter geänderten Bedingungen fortgesetzt.

"Eine echte Katastrophe"

Doch Börsianer sind entsetzt. "Eine echte Katastrophe", sagte ein Experte am Morgen. Die Umsatzprognose für das kommende Jahr 2016 liege nun deutlich unter den Markterwartungen und lasse ein weiteres Verlustjahr erwarten. Zudem dürften Anleger ihre Hoffnungen auf Anschlussaufträge aufgeben. "Es gibt aktuell absolut keinen, Grund die Aktien zu kaufen." JPMorgan habe das Kursziel von 8,00 auf 4,50 Euro fast halbiert.

Mainfirst stufte die Aktien auf "Underperform" herab und senkte das Kursziel von 6,50 auf 4,50 Euro. Analyst Jürgen Wagner sagte, die Nachricht sei für Aixtron im Kampf um Marktanteile gegen den Konkurrenten Veeco ein "schwerer Rückschlag". Der wichtige chinesische LED-Markt erscheine für die Maschinen der Deutschen für 2016 damit weiter blockiert. Auch im kommenden Jahr drohten dem Unternehmen Verluste.

Aixtron hatte im September 2014 den Großauftrag von San'an erhalten - dem Unternehmen zufolge den größten seiner Firmengeschichte. Das exakte Auftragsvolumen nannte Aixtron nicht, Analysten schätzten es aber auf 80 bis 100 Millionen Euro.

bs

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