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Luftfahrt

Air France A 380

Kosteneinsparungen und Spritpreise

Air France-KLM fliegt in die schwarzen Zahlen

Stand: 18.02.2016, 10:35 Uhr

Überraschung für Anhänger der Airline-Aktie: Das Papier von Air France-KLM begibt sich am Donnerstag nach Börsenstart auf einen kleinen Höhenflug. Das Unternehmen hat 2015 die Gewinnzone erreicht - erstmals seit langer Zeit.

Air France-KLM: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Operativ, also vor Steuern und Zinsen, verdiente das Unternehmen im vergangenen Jahr beinahe erstaunliche 819 Millionen Euro, im Jahr zuvor hatte die Ergebnisgröße noch bei minus 129 Millionen Euro gelegen. Erstmals seit 2010 konnte der Konkurrent der Deutschen Lufthansa damit aus dem laufenden Geschäft wieder positive Erträge erzielen.

Auch unter dem Strich, also beim Nettoergebnis, gab es seit langem wieder erfreuliche schwarze Zahlen: Es lag bei 118 Millionen Euro, 2014 war noch mit einem Nettoverlust von 225 Millionen Euro beendet worden.

Spritkosten...

Zwei Faktoren führten vor allem zum geschäftlichen "Turnaround": Die günstigen Spritpreise, traditionell einer der wichtigesten Kostenfaktoren für die Luftfahrtgesellschaften machten das Fliegen deutlich profitabler. Die Brennstoffkosten lagen laut Air France um 22 Prozent unter denen des Jahres 2014.

... Einsparungen...

Zudem bemüht sich das Unternehmen auch um Kosteneinsparungen beim Personal. Vor allem auf der Langstrecke sollen die Einsparungen die Airline geben die Konkurrenz vom arabischen Golf besser aufstellen. Beim Bodenpersonal ist der Abbau von 1.400 Jobs vorgesehen.

... Währungseffekte

Als zusätzlicher Faktor kam in der Bilanz des abgelaufenenen Jahres auch noch ein positiver Währungseffekt zum Tragen. Dank des starken Dollars stieg der - in Euro gerechnete - Umsatz um 4,6 Prozent auf 26,1 Milliarden Euro. Ohne diesen Effekt wären die Erlöse allerdings um 3,2 Prozent rückläufig gewesen. Den Effekt der Terroranschläge in Paris setzt das Unternehmen mit 120 Millionen Euro beim Umsatz an.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ob die vergleichsweise günstigen Rahmenbedingungen für das Unternehmen wie die gesamte Branche auch im laufenden Jahr anhalten, bleibt allerdings abzuwarten. Durch die starke Konkurrenz gerade im internationalen Geschäft besteht weiterhin hoher Preisdruck. Die Personal- und Handlingkosten europäischer Airlines liegen weiterhin über denen der Golf-Konkurrenz. Einen konkreten Geschäftsausblick blieb Vorstandschef Alexandre de Juniac entsprechend schuldig.

Die Air France-KLM-Aktie hat sich mit dem stürmischen Kursgewinn des heutigen Tages aus einem kurzfristigen Abwärtstrend befreien können. Das Papier notiert damit seit Jahresbeginn fast zehn Prozent im Plus. Auch die Lufthansa-Aktie kann am Donnerstag deutliche Kursgewinne einheimsen.

AB

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