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Luftfahrt

Airbus Group-Schriftzug

Weniger Verkäufe als gedacht

Airbus macht einen Rückzieher

Stand: 16.09.2014, 08:57 Uhr

Nach monatelangen Verhandlungen mit Gewerkschaften und Regierungen hat Airbus sich nun darauf geeinigt, Teile seines Sicherheits- und Elektronikgeschäfts abzugeben, die Raumfahrttechnik aber zu behalten. Die Aktie reagiert kaum.

Das im MDax der Frankfurter Börse notierte Papier legte zu Handelsbeginn leicht zu und setzt damit die zuletzt wieder aufgenommene Erholung in Richtung 50 Euro fort.

Airbus hatte am Morgen bekannt gegeben, welche Teile seines seit Monaten auf der Verkaufsliste stehenden Sicherheits- und Elektronikgeschäfts nun tatsächlich veräußert werden sollen. Damit nimmt die Umstrukturierung des Luft- und Raumfahrtkonzerns konkrete Formen an.

Liste der Verkaufskandidaten

Airbus: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
73,88
Differenz relativ
+1,19%

Betroffen sind vor allem das kommerzielle und halbstaatliche Telekommunikationsgeschäft. Ebenfalls auf der Liste der zum Verkauf stehenden Tochtergesellschaften oder Beteiligungen stehen Fairchild Controls, Rostock System-Technik, AvDef, ESG und Atlas Elektronik. Für die Sicherheits- und Verteidigungselektronikgeschäfte würden weitere Optionen geprüft.

"Wir reden über ein Geschäftsvolumen, das wir abgeben werden, inklusive aller Beteiligungen, in der Größenordnung von zwei Milliarden Euro", sagte der Chef der Rüstungssparte, Bernhard Gerwert, der Nachrichtenagentur Reuters. Der Raumfahrtbereich, der Bau von Militärflugzeugen sowie die Herstellung von Trägerraketen und Satelliten zählten dagegen mit dem zugehörigen Service zum Kerngeschäft und sollten ausgebaut werden.

14 Milliarden Umsatz

"Wir haben ein Ziel: Wir wollen in den Geschäften, in denen wir aktiv sind, eine globale Führungsposition haben", sagte Gerwert, dessen Sparte im vergangenen Jahr 14 Milliarden Euro umsetzte. Nach einer eingehenden Analyse sei der Konzern zu dem Ergebnis gekommen, dass dieses Ziel im Raumfahrtgeschäft, bei den Militärflugzeugen einschließlich der Drohnen und bei den Lenkflugkörpern erreichbar sei. "Diese Bereiche werden in Zukunft unser Kerngeschäft sein - und natürlich die damit verbundenen Service-Geschäfte", kündigte Gerwert an. Auch Zukäufe in den drei Sparten seien denkbar.

Erster Schritt des angekündigten Umbaus war die Zusammenführung der Aktivitäten der früheren Töchter Cassidian, Astrium und Airbus Military unter dem Dach einer einzigen Organisation. Dieses Ziel wurde am 1. Juli 2014 plangemäß erreicht.

lg

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