Takata Dummy

Einigung in den USA Airbag-Skandal: Autohersteller zahlen auch

Stand: 19.05.2017, 08:12 Uhr

Im Rechtsstreit um defekte Airbags des japanischen Herstellers Takata haben sich vier Autobauer, darunter BMW, auf Vergleiche mit Sammelklägern in den USA geeinigt. Die Takata-Anleger sind erleichtert.

Am Tokioter Aktienmarkt schossen die Aktien des Autozulieferers Takata um 20 Prozent nach oben. Der Grund: Im Streit um defekte Airbags von Takata haben sich große Autohersteller auf einen vergleich geeinigt. Ihnen wurde vorgeworfen, bewusst Sicherheitsrisiken in Kauf genommen zu haben.

Nun haben sich BMW, Toyota, Mazda und Subaru auf einen Vergleich mit den Sammelklägern verständigt. Zur Beilegung des Verfahrens wollen die Autobauer zusammen 553 Millionen Dollar zahlen, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Toyota müsse dabei den größten Teil mit 278,5 Millionen Dollar stemmen. Auf BMW kommen 131 Millionen Dollar zu, auf Mazda 76 Millionen und auf Subaru 68 Millionen Dollar.

Kein Schuldeingeständnis der Auothersteller

Ein Gericht in Florida muss dem Vergleich noch zustimmen. Mit der Einigung ist kein Schuldeingeständnis der Autobauer verbunden. Honda Motor Ford und Nissan Motor haben bislang noch keine Einigung mit US-Klägern erzielt. Tatsächlich hatte etwa BMW schon im März 2010 bei Takata schriftlich nach der Gefährdung duch die Airbags gefragt. Takata beteuerte, die BMW-Luftsäcke seien nicht betroffen. Das war allerdings eine Lüge. BMW musste deshalb 1,8 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt holen.

Den Airbags von Takata fehlte ein Trocknungsmittel, das Fehlfunktionen bei Hitze und feuchter Luft vorbeugen soll. Dadurch bestand das Risiko, dass sie bei einem Unfall zu stark auslösen und Teile der Metallverkleidung sprengen. Die Folge war eine regelrechte Explosion, bei der Splitter durch den Fahrzeugraum geschleudert wurden.

Weltweit mindestens 17 Todesopfer

Die defekten Luftkissen des Unternehmens werden weltweit mit mindestens 17 Todesfällen in Verbindung gebracht. Das japanische Unternehmen hat im Januar bei einem Vergleich mit den amerikanischen Behörden ein Schuldgeständnis wegen Betrugs abgegeben und akzeptiert, eine Milliarde Dollar zu zahlen. Außerdem muss sich das Unternehnen drei Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers stellen.

Takata, 1933 gegründet, ist vier Jahre älter als Toyota und hat seine Wurzeln in der japanischen Textilindustrie. In den Sechzigerjahren wurde es mit der Herstellung von Sicherheitsgurten groß. Den allerersten Airbag entwickelte die Europa-Sparte nach eigenen Angaben einst mit Daimler. In den Neunzigerjahren gelang es den Takata-Ingenieuren, den Airbag zu verkleinern und zu verbessern.

lg

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