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Wer alles für Air Berlin bieten will Interessentenliste wird immer länger

Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Lufthansa

Die größte deutsche Fluggesellschaft will wie die meisten anderen Interessenten Teile von Air Berlin übernehmen, es geht um bis zu 90 der mehr als 140 Jets des insolventen Konkurrenten. Vor allem für die Langstreckenflüge - insbesondere in die USA - gilt die Lufthansa als gesetzt.

Die Lufthansa will auch einige Air Berlin-Mitarbeiter übernehmen. Konzernchef Carsten Spohr sagte dazu: "Top Leute, bei denen wir uns freuen können, wenn wir möglichst viele zu uns holen".

Wer alles für Air Berlin bieten will Interessentenliste wird immer länger

Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Lufthansa

Die größte deutsche Fluggesellschaft will wie die meisten anderen Interessenten Teile von Air Berlin übernehmen, es geht um bis zu 90 der mehr als 140 Jets des insolventen Konkurrenten. Vor allem für die Langstreckenflüge - insbesondere in die USA - gilt die Lufthansa als gesetzt.

Die Lufthansa will auch einige Air Berlin-Mitarbeiter übernehmen. Konzernchef Carsten Spohr sagte dazu: "Top Leute, bei denen wir uns freuen können, wenn wir möglichst viele zu uns holen".

 Airbus A 330 der Lufthansa Tochter Eurowings startet auf dem Flughafen Köln-Bonn

Lufthansa-Tochter Eurowings

Aber: Die Lufthansa fädelt den Deal über ihre Billigflug-Tochter Eurowings ein. Und die bezahlt ihr Personal schlechter als die Lufthansa. Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat sich die Lufthansa nun geeinigt auf einen grunsätzlichen Tarifvertrag für das Personal von Air Berlin. Man spricht von einer "fairen" Lösung, einer faire Vergütung. wobei die Berufserfahrung der Wechsler angemessen berücksichtigt würde.
Allerdings würden die Mitarbeiter nicht zu Air Berlin-, sondern zu Eurowings-Konditionen eingestellt.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Lufthansa

Auch wenn noch längst nichts beschlossen ist: Anleger wittern auf ein Schnäppchen bei der möglichen Teilübernahme von Air Berlin. Die Lufthansa-Aktie hat in den letzten Wochen enorm zugelegt und inzwischen ein 10-Jahres-Hoch von 22,37 Euro erklommen. Das Zwischenhoch von 2007 ist nicht mehr fern, es liegt bei 22,83 Euro.

Hans Rudolf Wöhrl

Hans Rudolf Wöhrl

Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat sein Interesse an Air Berlin nun mit Zahlen untermauert. Er will bis zu einer halben Milliarde Euro zahlen. Das entsprechende Übernahmeangebot sei am Sonntag bei Air-Berlin-Sachverwalter Lucas Flöther per Fax eingereicht
worden, teilte Wöhrls Firma Intro mit.

Thomas Cook und Condor

Auch der Ferienflieger Condor und sein Mutterkonzern Thomas Cook werden als Interessenten gehandelt. Laut Medienberichten ist man sogar an einer Komplettübernahme von Air Berlin interessiert.

Thomas Cook Flugzeug

Thomas Cook und Condor

Schon jetzt gibt es Kooperationen, einige Thomas-Cook-Gäste fliegen mit Air Berlin und der Tochter Niki in den Urlaub. Die sind dringend nötig. Finanziell läuft es für Thomas Cook nach Jahren der Krise wieder besser. Europas zweitgrößter Reisekonzern erwirtschaftet wieder Gewinne.

Thomas Cook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 10 Jahre

Thomas Cook

Auch die defizitäre Tochter Condor soll es in diesem Jahr wieder zurück in der Gewinnzone schaffen. Doch Thomas Cook dürfte der Lufthansa, die mit der Tochter Eurowings bei den Ferienflügen wieder mitmischt, keine weiteren Marktanteile überlassen wollen. Offiziell gab es von Thomas Cook aber noch kein Bekenntnis zu Air Berlin. Nur so viel: Man stehe für eine "aktive Beteiligung" an der Zukunft von Air Berlin bereit.

Zwei Easyjet-Maschinen

Easyjet

Auch Easyjet ist interessiert, lässt sich aber ebensowenig zu offiziellen aussagen hinreißen. Laut Brancheninsidern ist der britische Billigflieger an einem Großteil der innerdeutschen und innereuropäischen Flüge interessiert.

Easyjet: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 10 Jahre

Easyjet

Spekuliert wird, dass Easyjet die Hälfte der aktuell rund 70.000 Slots von Air Berlin in Düsseldorf erhält. Das sind genau die Teile des Düsseldorfer Streckennetzes, die Eurowings/Lufthansa aus kartellrechtlichen Gründen nicht übernehmen dürfen. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann wollte die Meldungen zu Easyjet in einem Interview Mitte August weder bestätigen noch dementieren.

Zeitfracht-LKW

Zeitfracht

Konkreter macht es das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht. Es kündigte an, ins Bieterverfahren einzusteigen. Zeitfracht will Air Berlin möglichst als Ganzes erhalten.

Zeitfracht_LKW wird beladen

Zeitfracht

Das 70 Jahre alte Berliner Familienunternehmen will unter anderem ausloten, ob sich Passagiermaschinen in Frachtflugzeuge umbauen lassen. "Während die ganze Welt von dem Passagiergeschäft spricht, haben wir uns überlegt, wir schauen mal beim Thema Cargo-Geschäft ein bisschen näher hin", so der 36-jährige Firmenchef. Für den Passagierbereich sollen Kooperationen sondiert werden.

Ehemaliger Solar Millennium-Manager Utz Claassen

Utz Claassen

Auch der frühere EnBW-Chef Utz Claassen will in den Poker um Air Berlin offenbar einsteigen. Laut Informationen des Spielgels hat Claassen in einem Schreiben an den Air-Berlin-Sachwalter Lucas Flöther erklärt, dass er „einen möglichst großen Anteil der Arbeitsplätze“ sichern wolle. Dafür habe er „hochpotente und hochseriöse internationale Investoren“ angesprochen, mit denen er „freundschaftlich verbunden“ sei.

Alexander Skora

Alexander Skora

Interesse hat auch der Berliner Unternehmer Alexander Skora. Er zieht einen Kauf der insolventen Air Berlin zumindest in Erwägung. Derzeit prüfe er mit internationalen Investoren die Wirtschaftsdaten der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. "Dann werden wir sehen, ob wir bieten."

Sleep cheap-Hostel in Berlin

Sleep cheap-Hostel in Berlin

Skora will Air Berlin zum alten Basisgeschäft zurückführen: hauptsächlich mit Strecken nach Mallorca. So könne Air Berlin „reduziert weiterfliegen“ und „nach und nach wieder wachsen“. Er hat sich mit einem Konsortium aus israelischen, amerikanischen und kanadischen Unternehmern zusammengetan. Skora gehören mehrere Mietshäuser und Hotels oder Hostels in Berlin. Unter anderem betreibt er das Hostel Happy Go Lucky.

Ryanair-Chef Michael O'Leary schaut skeptisch

Michael O'Leary

Der Billigflieger Ryanair hält sich dagegen aus dem Bieterrennen heraus. Nach Ansicht der Iren wird die Lufthansa bevorzugt. Ryanair-Chef Michael O'Leary hält alles für ein "abgekartetes Spiel" bei den Air Berlin-Gesprächen.

Ryanair: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 10 Jahre

Ryanair

Konkret prangert er die Staatshilfe für Air Berlin an. Sie sei indirekte illegale Hilfe für die Lufthansa, deren Marktanteil bei einer Übernahme auf Inlandsstrecken auf 95 Prozent steigen würde. Kritik gibt es umgekehrt er auch an Ryanair. Etwa von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller, der sich gegen eine Übernehmer durch Ryanair aussprach, weil das Unternehmen "arbeitnehmerfeindlich" sei.

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