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Frisches Geld für angeschlagene Fluglinie
Air Berlin: Aktie mit "Topbonus"-Bonus
Der Verkauf des Vielfliegerprogramms "Topbonus" spült 184 Millionen Euro in die leeren Kassen von Air Berlin. Anleger zeigen sich zunächst begeistert, die Aktie schießt 9,7 Prozent in die Höhe. Doch Vorsicht, das weitere Erholungspotenzial scheint begrenzt.
Kann die Air-Berlin-Aktie wieder durchstarten?
Zwar kann die angeschlagene Fluglinie das frische Kapital von Großaktionär Etihad gut gebrauchen. "Wir werden 2012 einen Gewinn darstellen", so Vorstandschef Hartmut Mehdorn. Auf Nachfrage wollte Mehdorn allerdings nicht präzisieren, ob er damit das operative Ergebnis (Ebit) oder den Jahresüberschuss meinte.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres hatte Air Berlin unterm Strich einen Verlust von 103 Millionen Euro eingeflogen. Die Fluglinie steckt mitten in der Sanierung, Mehdorn will den SDax-Konzern mit einem Schrumpf- und Sparkurs wieder auf Vordermann bringen.
Doch dass sich Air Berlin von seinem Vielfliegerprogramm trennen und so sein Jahresergebnis aufbessern will, war an der Börse seit langem bekannt. "Die Transaktion wird im vierten Quartal abgeschlossen", unterstrich Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer bereits bei Präsentation der Zahlen zum dritten Quartal. Der Überraschungseffekt hält sich somit in Grenzen.
Neues Allzeittief
Hinzu kommt: Auch von technischer Seite hat die Air-Berlin-Aktie nicht mehr allzu viel Luft nach oben. Um dies zu verstehen, werfen wir einen Blick auf den Chart: So hatte jüngste Erholung den SDax-Titel zwar nochmals bis auf 1,97 Euro in die Höhe geführt.
Doch dann entfaltete der dominierende langfristige Abwärtstrend wieder seine volle Kraft und ließ die Air-Berlin-Aktie Ende November bis auf 1,33 Euro einbrechen. Mit der Markierung dieses neuen Allzeittiefs sandte die Air-Berlin-Aktie ein frisches technisches Verkaufssignal.
Arabischer Großaktionär
Fibonacci at work
Seither läuft eine technische Gegenbewegung, deren Ende aber absehbar ist. Aus technischer Perspektive hat das Papier ungefähr Luft bis zum 50-Prozent-Fibonacci-Retracement des jüngsten Abwärtsimpulses bei 1,65 Euro. Und tatsächlich: Just bei 1,66 Euro erlischt am Dienstag zunächst das Kaufinteresse der Anleger.
Besondere Bedeutung kommt diesem Widerstand dadurch zu, dass in diesem Bereich auch die fallende Trendlinie des langfristigen Abwärtstrends verläuft. Sollte die Air-Berlin-Aktie allerdings wider Erwarten diese massive Barriere tatsächlich auf Wochenschlusskursbasis überwinden, so würde sich das technische Bild dramatisch aufhellen.
Stand: 18.12.2012, 15:02 Uhr