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Sportartikel

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday

Zweistelliges Wachstum erwartet

Adidas legt die Latte höher

Stand: 11.02.2016, 10:40 Uhr

Kurz vor Toresschluss dreht Adidas-Chef Herbert Hainer noch einmal kräftig auf und prognostiziert für dieses Jahr zweistellige Zuwachsraten. Die Anleger freut's.

An der Frankfurter Börse ist die Adidas-Aktie am Morgen der einzige Gewinner. Die Papiere legen in der Spitze gegen den Markt um über vier Prozent zu und klettern über die Schwelle von 90 Euro. Im weiteren Verlauf bröckeln die Gewinne allerdings wieder ab.

Dennoch haben die Anleger allen Grund zur Freude, hat doch der Sportartikelhersteller seine eigenen Ziele für das vergangene Jahr übertroffen und die Erwartungen an das Sportjahr 2016 hochgeschraubt. Vorläufigen Zahlen zufolge und um Währungseinflüsse bereinigt stieg der Konzernumsatz um zehn Prozent auf 16,9 Milliarden Euro, wie der Sportausrüster am Morgen überraschend mitteilte.

Weltweit gute Geschäfte

Der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen ohne Minderung der Geschäfts- oder Firmenwerte legte um zwölf Prozent auf 720 Millionen Euro zu. Herausgerechnet sind bei dieser Kenngröße Wertberichtigungen in Höhe von 34 Millionen Euro im Zusammenhang mit Russland und Lateinamerika.

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Getrieben wurde das Wachstum im abgelaufenen Jahr von guten Geschäften der Kernmarken adidas und Reebok in Westeuropa, Lateinamerika, China und weiteren Ländern in Asien und dem Nahen Osten. Sorgenkinder des Konzerns waren zuletzt das Geschäft in den USA und Russland sowie die kriselnde Golfsparte, die möglicherweise verkauft wird. Adidas äußerte sich in der Veröffentlichung seiner vorläufigen Zahlen nicht dazu.

Genugtuung für Heiner

Diese Erfolgsschiene soll auch im laufenden Jahr weitergehen. Das Unternehmen erwartet einen zweistelligen Anstieg sowohl beim währungsbereinigten Umsatz als auch beim Betriebsergebnis. Zuvor war der Nike- und Puma-Konkurrent nur von einem Plus im hohen einstelligen Bereich ausgegangen. Zuversichtlich stimmt den Konzern der starke Schlussspurt im vergangenen Jahr. Gegenwind erwartet Adidas durch den starken US-Dollar, der sich zunehmend auf die Kosten niederschlägt, da der Dollar die wichtigste Einkaufswährung der Branche ist.

Für Vorstandschef Herbert Hainer, der am 1. Oktober vom derzeitigen Henkel-Chef Kasper Rorsted abgelöst wird und zuletzt die Erwartungen der Anleger mehrfach enttäuscht hatte, dürfte die nun verzeichnete gute Geschäftsentwicklung von Adidas eine Genugtuung sein, erntet er damit doch die Früchte eines jahrelangen Umbaus.

Potenzial weitgehend erschöpft

Adidas-Schriftzug auf einem Schuh

Adidas-Schuh. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Wie geht es nun weiter mit der Adidas-Aktie? Nach dem im Januar überraschend angekündigten Führungswechsel war der Dax-Titel in die Höhe geschossen. Am ersten Februar erklomm er bei über 96 Euro ein neues Allzeithoch. Danach setzten wie im gesamten Dax Gewinnmitnahmen ein. Immerhin blieb die Aktie während des Kurseinbruchs als einziges Dax-Mitglied bisher über ihrer 200-Tage-Linie.

Für einige Analysten hat die Aktie ihr Potenzial für dieses Jahr weitgehend erreicht. Einer der Gründe, warum die Analysten von JPMorgan zwar das Kursziel von 85 auf 90 Euro erhöht haben, zugleich aber bei ihrer "Neutral“-Einschätzung blieben. Die Personalie Rorsted sei aus Sicht der Anlalysten bereits vollständig eingepreist. Auch die Credit Suisse hat das Kursziel für Adidas von 90 auf 87 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Ob die Analysten nach den heutigen Zahlen und der Anhebung der Jahresprognose ihre Empfehlungen anheben werden, bleibt abzuwarten.

Die Investmentbank Equinet hat bereits reagiert und Adidas auf "Buy" mit einem Kursziel von 102 Euro belassen. Die überraschend vorgelegten, vorläufigen Eckdaten zum Jahresumsatz und -gewinn aus fortgeführtem Geschäft hätten über seinen und den Konsensschätzungen gelegen, schrieb Analyst Mark Josefson in einer Studie vom Donnerstag. Dass die Umsätze 2016 nun währungsneutral im prozentual zweistelligen Bereich steigen sollen - statt wie bisher prognostiziert um knapp zehn Prozent - sei "so früh im Jahr ein positives Signal".

lg

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