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Industrie

Synergien lassen Aktien steigen

Holcim und Lafarge verkünden Fusion

Nun ist es amtlich: Die beiden Zementkonzerne bilden einen Branchenriesen: Die schweizerisch-französische Verbindung ist am Montagmorgen auch offiziell bestätigt. Die Aktien der beiden Unternehmen waren bereits am Freitag heftig gestiegen.

Lafarge- und Holcim-Logos auf Betonfläche

Um sieben Prozent war die Aktie des Schweizer Konzerns Holcim angesprungen, mehr als neun Prozent hatten die Anteilsscheine der französischen Lafarge gewonnen. Medien waren in mehreren Berichten davon ausgegangen, dass die Fusion nur noch eine Frage weniger Tage sein würde.

Die Vollzugsmeldung kam bereits am Montag in aller Frühe. Beide Verwaltungsräte haben am Wochenende der Elefantenhochzeit zugestimmt. In einer "Fusion unter Gleichen" sollen Synergien von mehr als 1,4 Milliarden Euro binnen drei Jahren gehoben werden. Lafarge und Holcim kommen zusammen auf einen Umsatz von geschätzt 32 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 6,5 Milliarden Euro. 276 Millionen Tonnen Zement haben die beiden Unternehmen zusammen im vergangenen Jahr verkauft. Der Börsenwert des neuen Zementriesen liegt derzeit bei knapp 55 Milliarden Euro. Der deutsche Konkurrent HeidelbergCement kam 2013 auf Erlöse von 14 Milliarden Euro.

Was sagen die Kartellbehörden?

Der Zusammenschluss soll im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen sein. Spannend dürfte noch werden, welche und wieviele Sparten im internationalen Geschäft abgestoßen werden müssen, um die Transaktion auch von den Kartellbehörden durchgewunken zu bekommen. Holcim ist bislang in 70 Ländern präsent, Lafarge in 64 Staaten.

Wolfgang Reitzle wird Verwaltungsratschef

Der Firmensitz der fusionierten Gesellschaft Lafarge/Holcim soll laut Angaben vom Montagmorgen in der Schweiz liegen. Der bisherige Lafarge-Chef Bruno Lafont wird danach den Vorsitz über den neuen Konzern übernehmen. Als Verwaltungsratspräsident wird der bisherige Linde-Chef Wolfgang Reitzle fungieren.

AB

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