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ACS will Anteile aufstocken

Hochtief soll verschuldete Spanier retten

Die zuletzt unter Druck geratene Hochtief-Aktie kommt am Freitag wieder in Schwung. Der spanischen Großaktionär ACS will offenbar seine Anteile am deutschen Baukonzern aufstocken. Fraglich bleibt, woher die Spanier das Geld nehmen.

Derzeit sitzt der spanische Bauriese von Real-Madrid-Präsident Florentino Perez auf einem Schuldenberg von 8,58 Milliarden Euro. Um seine Bankschulden zu begleichen, hat ACS einen Teil seiner Beteiligung am Versorger Iberdrola verkauft. Das konnte die Bilanz der Spanier aber nicht retten. Im ersten Halbjahr erlitt ACS einen Verlust von fast 600 Millionen Euro - unter anderem auch wegen Abschreibungen auf die noch bestehende Iberdrola-Beteiligung.

Notfusion im Gespräch

Nun soll Hochtief den Spaniern beim Schuldenabbau helfen. Laut spanischen Medien strebt ACS in seiner Not eine Fusion mit Hochtief an, um den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern. Die Pläne seien vom ACS-Großaktionär Corporacion Financiera Alba abgesegnet worden, meldete der spanische Wirtschaftsdienst Hispanidad.

Derzeit kontrolliert ACS 54,3 Prozent an Hochtief. Einen Teil davon hat der spanische Baukonzern an die spanische Bank BBVA verpfänden müssen.

Wie die "Financial Times Deutschland" am Freitag unter Berufung auf Experten schreibt, wäre eine Fusion derzeit kaum durchsetzbar. Ein Aktientausch müsste von der Hauptversammlung abgesegnet werden. Dies dürfte am Widerstand der übrig gebliebenen Aktionäre scheitern.

Beherrschungsvertrag als mögliche Variante

Als mögliche Alternative sieht Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, die Variante, dass ACS ab einem Stimmanteil von 75 Prozent einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag auf der Hauptversammlung durchsetzt. "Damit hätte ACS Zugriff auf die Kasse von Hochtief", sagte er der "FTD".

Börsianer warnten davor, dass ACS zu einer Art "Heuschrecke" für Hochtief werden könnte. Die Spanien könnten ihre Schulden auf den Essener Baukonzern abwälzen, um die eigene Bilanzstruktur zu verbessern.

Aktie springt nach oben

ACS
ACS: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Die Fusionsspekulationen drückten zunächst die Hochtief-Aktie zwei Prozent ins Minus. Inzwischen ist der MDax-Titel klar ins Plus gedreht und notiert über zwei Prozent höher. Die Aussicht auf eine Anteilsaufstockung durch die Spanier treibt den Kurs an. ACS-Chef Perez bestätigte am Freitag den Plan, die Beteiligung an Hochtief weiter auszubauen. "Wir wollen nach und nach zukaufen", sagte er bei der Vorlage der Halbjahreszahlen in Madrid. Neue Fantasie tut der Hochtief-Aktie gut. Seit Jahresbeginn hat sie gut 20 Prozent eingebüßt.

Stand: 31.08.2012, 15:58 Uhr