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Jubiläum

MDax-Logo und Daumen-rauf-Emblem

Der kleine Dax-Bruder wird 20

Happy Birthday, MDax!

Stand: 19.01.2016, 14:54 Uhr

Er ist kleiner und jünger als der Dax, aber doppelt so dynamisch: der MDax. Zu seinem 20. Geburtstag hat der kleinere Bruder von Deutschlands bekanntestem Börsenbarometer bewiesen: Mit ihm ist mehr Geld zu machen als mit dem großen Bruder.

Der Dax ist natürlich per definitionem die Nummer 1; die Top-Liga für die 30 Blue Chips, die wichtigsten und größten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. Der MDax ist und bleibt der ewige Zweite, an dieser Rangfolge ist nichts zu ändern. Hier sind die 50 Unternehmen gelistet, die der Größe nach auf die Dax-Aktien folgen. Das "M" steht für MidCaps. Es ist der Index der mittelgroßen Firmen.

Alles andere als mittelmäßig!

Dabei vermittelt "mittelgroß" schon einen falschen Eindruck. Auch wenn die MDax-Firmen hinsichtlich Marktkapitalisierung und Börsenumsatz nicht an die Dax-Konzerne heranreichen, so sind es doch Weltkonzerne, die mit ihren Produkten global vertreten sind und Milliarden umsetzen. Der Flugzeug-Konzern Airbus zum Beispiel ist darunter, der Versicherer Talanx und der Immobilienfinanzierer Aareal. Mit Metro oder Lanxess sind sogar Ex-Dax-Mitglieder vertreten. Dazu kommen aufstrebende Dax-Kandidaten aus dem Medienbereich wie die Senderkette ProSiebenSat.1 oder Axel Springer.

In puncto Börsenerfolg läuft der Nebenwerte-Index dem Dax sogar den Rang ab. Der MDax hat in den vergangenen zwei Dekaden eine glänzende Erfolgsgeschichte geschrieben.

MDax-Chart von Januar 19996 bis Januar 2016

Der MDax hat sich in den 20 Jahren seines Bestehens mehr als versiebenfacht. | Grafik: boerse.ARD.de

Der Eroberer der 10.000

An seinem Geburtstag, am 19. Januar 1996, als erstmals die Börsenglocke für den kleinen Bruder des Dax' läutete, brachte der Index 2.648 Punkte auf die Börsentafel. Als erstem Index der Dax-Familie gelang es dem Nebenwerte-Index fünfstellig zu notieren. Dazu brauchte er knapp elf Jahre. Am 8. Februar 2007 nahm er die Hürde von 10.000 Punkten. Zur selben Zeit stand der Dax rund 3.000 Punkte tiefer.

Der Dax brauchte noch ein Weilchen für die runde Marke, die lange wie ein unüberwindbarer Deckel auf dem Dax lastete. Die 10.000er Marke wurde erstmals 2014 übersprungen, wenn auch nur kurz. Für längere Zeit ging es erst 2015 über den runden Zählerstand, doch das ist in diesem Jahr wieder Geschichte: Der Dax ist wieder vierstellig.

610 Prozent Plus!

Dabei haben die beiden fast gleichauf begonnen. Bei der Geburt des MDax' notierte der Deutsche Aktienindex, der sieben Jahre älter ist als sein kleiner Bruder, bei 2.398 Punkten. Im vorigen Jahr übersprang der Nebenwerteindex sogar die 20.000er Marke - und gleich danach die 21.000. Im Dezember 2015 erklomm das Börsenbarometer sogar ein neues Rekordhoch: bei 21.679,52 Punkten. Weit weniger glanzvoll der Dax: Seine Bestmarke, die im April vergangenen Jahres errungen wurde, zeigt lediglich 12.390 Punkte.

Auch der heutige Punktestand zeigt: Der MDax schlägt den Dax um Längen. Zu seinem 20-jährigen Jubiläum kommt der Nebenwerteindex auf fast 19.000 Punkte. Laut einer Auswertung der DAB Bank hat der MDax in seiner Lebenszeit ein sattes Plus von über 610 Prozent erwirtschaften. Man hätte sein Geld also versiebenfachen können in den 20 Jahren. Da konnte auch der Dax überzeugen, aber längst nicht so glanzvoll. Von der Einführung des MDax bis jetzt kommt er auf eine Performance von "lediglich" 298 Prozent - also eine Vervierfachtung.

Chartvergleich MDax versus Dax von Januar 19996 bis Januar 2016

Um einiges überlegen: Der MDax hat sich viel stärker als der Dax entwickelt (Wertentwicklung in Prozent). | Grafik: boerse.ARD.de

Warum ist das so?

Experten erklären den Unterschied mit der unterschiedlichen Zusammensetzung der Indizes. Der MDax ist vielfältiger, mehr Branchen sind vertreten als im Dax. Dadurch sind in dem Nebenwerte-Index die Risiken besser verteilt. Er zeichnet auch ein gutes Abbild der deutschen Volkswirtschaft, mit vielen Industriebetrieben. Dagegen gibt es im Dax ein Klumpenrisiko: Allein fünf Finanzwerte sind im Index sowie vier Auto-Aktien. Auch nicht ganz unterheblich: Der Deutsche Aktienindex hatte in den letzten Jahren an der Last der marktschweren Versorger Eon und RWE schwer zu tragen.

Dagegen sind viele Unternehmen der zweiten Reihe in profitablen Marktnischen unterwegs. Hier verfügen sie über die Macht, die Preise zu gestalten. Einige gehören sogar zu den Marktführern in ihrem Bereich, wie etwa der Abfüllanlagenhersteller Krones oder Schmierstoffspezialist Fuchs Petrolub. Gerade Krisenzeiten können sie so besser überstehen.

Noch ein Erfolgsfaktor: Viele der MDax-Unternehmen sind noch familiendominiert, die Gründerfamilie hat großen Einlfuss. Ihnen ist der langfristige Erfolg wichtiger als der Blick auf die nächsten Quartalszahlen. Sie achten auf nachhaltiges Wachstum ihres Unternehmens, das sie noch weiter vererben wollen. Sie sind meist auch schlanker aufgestellt und schneller: Eine etwaige Fehlentscheidung können sie viel zügiger korrigieren. Sie gehen weniger Risiken ein.

Die Dividende macht's!

So oder so ist die Entwicklung beider Indizes beachtlich. Die Dividende macht dabei viel aus. Anders als bei vielen anderen Börsenbarometern fließt bei der Dax-Famlie die jährliche Gewinnausschüttung der Firmen nämlich in den Punktestand mit ein. Es handelt sich bei Dax wie MDax um einen so genannten Performance-Index - im Gegensatz zu den Kurs-Indizes der meisten anderen Länder, wie zum Beispiel dem amerikanischen Leitindex Dow Jones.

Beim MDax tragen die alljährlichen Gewinnausschüttungen der Unternehmen rund 42 Prozent zu den Index-Punkten bei. Der MDax-Kursindex, bei dem die Dividendenzahlungen nicht enthalten sind, zeigt heute lediglich etwas über 11.000 Punkte - 8.000 Punkte sind also den Dividenden zuzurechnen.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre
Kurs
9.557,16
Differenz absolut
-699,87
Differenz relativ
-6,82%
MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre
Kurs
19.828,60
Differenz absolut
-943,14
Differenz relativ
-4,54%

Der Dax zeigt sich beim heutigen Punktestand Dividenden-dominierter. Der Kursindex liegt bei rund 4.880 Punkten - gegenüber 9.750 beim regulären Performance-Index. Hier macht die Dividende also die Hälfte aus.

Von 70 auf 50

Der MDax hat seit seiner Geburt sein Gesicht gewandelt. Anfangs waren noch 70 Aktien verteten. Doch im März 2003 schuf die Deutsche Börse den TecDax: Technologieaktien, die bis dahin im MDax notiert waren, wanderten ab in den neuen Technologie-Index. Gleichzeitig stutze die Böse den MDax von 70 auf 50 Unternehmen zurück

So manches Unternehmen musste auch im Zuge der halbjährlichen Index-Überprüfung den Platz räumen, wenn die Börse im März und September den Index an die neuen Marktverhältnisse anpasst. Es gibt aber auch Unternehmen der ersten Stunde, die immer noch im MDax weilen. Baukonzern Hochtief, Anlagenbauer Krones und Nahrungsmittelproduzent Südzucker feiern heute ebenfalls 20-jähriges Jubiläum im MDax.

bs

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Die alten Hasen aus der zweiten Reihe

Was wär der MDax ohne seine Aktien?

Krones: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Krones

Zu den MDax-Mitgliedern der ersten Stunde gehört Krones. Allein die Bilanz der vergangenen fünf Jahre ist beachtlich: Die Aktie hat sich nahezu verdoppelt, in zehn Jahren verdreifacht.

Krones: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Krones

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

MDax

Hochtief: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Hochtief

Südzucker: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Südzucker

Fielmann: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Fielmann

Rhön-Klinikum: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Rhön-Klinikum

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Continental

Hannover Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Hannover Rück

Dürr: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre

Dürr

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